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Fünf Fragen an Florian Krumenaker

Wir stellen Ihnen in regelmäßigen Abständen Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen vor.

Fünf Fragen an Florian Krumenaker

Sie sind als Rechtsanwalt bei Menold Bezler tätig. Was sind Ihre Schwerpunkte?

Ich berate bei Menold Bezler schwerpunktmäßig im Vergaberecht – vor allem öffentliche Auftraggeber. Inhaltlich liegt mein Fokus auf der Beschaffung von Planungs- und Bauleistungen: also Planen, Planen & Bauen und Bauen – häufig in komplexen, zeitkritischen Projekten. 

Daneben begleite ich Mandanten im Energiesektor. Eine besondere Nische ist außerdem die Vergabe von Post- und Logistikdienstleistungen, wo sich Praxisfragen oft sehr spezifisch und zugleich strategisch stellen.

Was ist momentan Ihre größte Herausforderung bei der Arbeit – und warum?

Die größte Herausforderung ist aktuell, sich im Zeitalter von KI neu zu verorten: Was braucht ein guter Berater heute, um auch morgen erster Ansprechpartner seiner Mandanten zu sein?

Mein Ansatz ist dabei bewusst „menschlich“: Empathie, Pragmatismus und Erreichbarkeit werden eher wichtiger als weniger. Technik kann vieles beschleunigen – aber Vertrauen, klare Einordnung und tragfähige Entscheidungen entstehen weiterhin im Dialog. Gerade in sensiblen Vergabeverfahren ist das ein echter Mehrwert.

Ist Ihnen ein Fall/Mandat/Projekt besonders im Gedächtnis geblieben?

Ein besonders prägendes Projekt war der Umbau der MHP Arena im Vorfeld der EM 2024. Das war ein hochkomplexes und sehr sichtbares Vorhaben, bei dem Zeit, Öffentlichkeit und technische Anforderungen zusammenkamen. Umso schöner war es, dass die Sanierung punktgenau zum Turnierstart abgeschlossen wurde.

Und es freut mich besonders, dass in den neu geschaffenen Räumlichkeiten inzwischen auch unser MB Vergabekongress stattfindet – bereits zum dritten Mal. Das unterstreicht, dass das Projekt über den reinen Umbau hinaus Wirkung entfaltet – auch als Rahmen für fachlichen Austausch. 

Was wird Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung für die Öffentliche Hand im kommenden Jahr?

Ich erwarte, dass die öffentliche Hand zunehmend unter Haushaltsdruck steht – in einem Umfeld mit wirtschaftlichen Unsicherheiten und mehreren Konfliktherden (u.a. Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf Lieferketten, Energie- und Rohstoffpreise). Öffentliche Beschaffung kann dann nicht mehr in dem Maß als Konjunkturimpuls wirken, wie man es aus anderen Zeiten kennt.

Entscheidungsträger werden sich stärker mit der Priorisierung beschäftigen müssen: Welche Beschaffungen sind wirklich zwingend, welche lassen sich verschieben – und welche müssen unter Umständen ganz gestoppt werden? Das ist politisch, verwaltungspraktisch und vergaberechtlich anspruchsvoll – insbesondere, weil gleichzeitig Erwartungen an Schnelligkeit, Nachhaltigkeit und Rechtssicherheit steigen.

Wenn Sie eine Stunde mehr am Tag hätten – was würden Sie damit anfangen?

Ich würde diese Stunde – gerade unter der Woche – gerne mit meiner Familie verbringen, vor allem mit meinen drei Kindern. Manchmal schafft man es nicht rechtzeitig aus dem Büro und verpasst dann diese kleinen, alltäglichen Momente, die eigentlich die schönsten sind. Eine zusätzliche Stunde würde ich daher ganz bewusst als Familienzeit nutzen – ohne Eile, ohne Termine, einfach präsent.

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