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Verbraucherzentrale mahnt Unternehmen wegen Facebook-„Like“-Button ab

Update: Dislike für den „Like-Button“

Der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen gefällt der „Gefällt-mir“-Button von Facebook überhaupt nicht. Kürzlich versendete sie an sechs namhafte Unternehmen Abmahnungen, weil diese nach Ansicht der Verbraucherschützer den „Like“-Button nicht datenschutzkonform einsetzten. Zu den Abgemahnten gehören Nivea, Peek & Cloppenburg, KiK, Eventim, Payback und HRS. Mit diesen Abmahnungen wird zwar grundsätzlich kein neues Kapitel im Datenschutzrecht eingeläutet, der ordnungsgemäße Einsatz von Online-Marketing-Tools und Social-Plugins gerät jedoch wieder in den Fokus. Und dies nicht zu Unrecht.

Hintergrund und Kern des Problems ist, dass sowohl der „Gefällt-mir“- als auch der „Teilen“-Button des sozialen Netzwerks Facebook bereits beim bloßen Aufruf der Seiten, auf denen Sie eingebunden sind, Daten der Nutzer mitlesen. Diese werden an das soziale Netzwerk übermittelt, unabhängig davon, ob der Nutzer darin einwilligt, einen Account dort pflegt oder darin eingeloggt ist. Technisch funktioniert dies über den Einsatz von Cookies, welche bereits beim Besuch der Webseite auf dem Rechner des Nutzers gespeichert werden. Die sog. Social-Plugins bringen Besucher dazu, die Produkte des Anbieters in sozialen Netzwerken zu promoten. So wie sie für die Marketingverantwortlichen mittlerweile ein notwendiger Standard sind, sind sie den Datenschützern ein Dorn im Auge. Nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Verbraucherschützer reichen die Hinweise in den jeweiligen Datenschutzerklärungen nicht aus, die Weiterleitung der Daten an Facebook zu rechtfertigen.

Aus diesen Gründen sollten solche Social-Plugins besser nur im Rahmen der „Zwei-Klick-Lösung“ eingesetzt werden. Hierbei ist der jeweilige Button des sozialen Netzwerkes und dessen Funktion nicht automatisch eingebunden und es werden auch zunächst keine Daten weitergeleitet. Durch einen ersten Klick muss der Button vom Nutzer auf der Seite aktiviert werden. Mit einem zweiten Klick kann der Nutzer dann die „Gefällt mir“- oder „Teilen“- Funktion des Buttons tatsächlich verwenden. Erst nach der Aktivierung mit dem ersten Klick werden dabei die Verbindung zum sozialen Netzwerk hergestellt und Daten übertragen. Auch wenn weiterhin fraglich bleibt, ob die „Zwei-Klick-Lösung“ die Voraussetzungen einer informierten Einwilligung erfüllt, hat sich diese Variante im Geschäftsverkehr mittlerweile durchgesetzt.

Fazit: Es bleibt dabei, dass Unternehmen den Einsatz von Online-Marketing-Tools, Cookies und Social-Plugins nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen, wollen Sie neben Abmahnungen auch die damit verbundene negative Publicity vermeiden. 



Rechtsgebiete: IT- und Internetrecht

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