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Wer ein Testament errichtet, beschäftigt sich immer sehr intensiv damit, wer das Vermögen nach dem Tod erhalten soll. Ebenso wichtig ist, dass das Testament nicht verloren geht.

Testament weg, Erbe weg? Testamente sicher verwahren

Wer ein Testament errichtet, beschäftigt sich immer sehr intensiv damit, wer das Vermögen nach dem Tod erhalten soll. Ebenso wichtig ist, dass das Testament nicht verloren geht.

Bei einem notariellen Testament ist dies kein Problem. Der Notar gibt das notarielle Dokument automatisch in amtliche Verwahrung und übermittelt an das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer (www.testamentsregister.de) die Daten, die für eine Auffindung desTestaments erforderlich sind. Bei jedem Sterbefall wird das Testamentsregister auf vorhandene Testamente überprüft. Ein notarielles Testament kann also nicht verloren gehen.

Häufig werden Testamente aber – um Kosten zu sparen – nicht notariell errichtet, sondern von Hand geschrieben und anschließend zuhause verwahrt. Gleichgültig wie sorgsam das Testament aufbewahrt wird, besteht dann immer ein Risiko, dass die Erben das Dokument nicht finden. Wird ein Testament aufgefunden, besteht zwar eine gesetzliche Pflicht, das Testament beim Nachlassgericht abzuliefern. Es sollte aber das Risiko nicht unterschätzt werden, dass das Testament von einem Erben zwar aufgefunden wird, der Erbe sich im Testament aber nicht ausreichend berücksichtigt fühlt und dieser Erbe das Testament „verschwinden“ lässt. Die im Testament bedachten Personen verlieren dadurch möglicherweise alles, was der Erblasser ihnen zuwenden wollte.

Diese Risiken können dadurch ausgeschlossen werden, dass der Erblasser sein Testament beim Nachlassgericht in amtliche Verwahrung gibt. Dadurch erhält das Testament den gleichen Schutz wie ein notarielles Testament und das Testament kann beim Zentralen Testamentsregister registriert werden. Die Kosten betragen insgesamt weniger als EUR 100,00.

Dabei besteht auch keine Gefahr, dass Unbefugte vom Inhalt des Testaments Kenntnis erlangen. Im Testamentsregister wird nämlich nicht der Inhalt des Testaments gespeichert, sondern nur die Angaben, die für das Auffinden des Testaments erforderlich sind. Der Erblasser braucht auch nicht zu befürchten, das in amtliche Verwahrung gegebene Testament nicht mehr ändern zu können. Im Gegenteil, der Erblasser kann das Testament jederzeit aus der amtlichen Verwahrung zurückverlangen und anschließend beliebig ändern.

Wird das Testament zuhause verwahrt, ist eine Registrierung im Testamentsregister nicht möglich. Keinesfalls sollte ein Testament in einem Bankschließfach verwahrt werden. Die Bank öffnet das Schließfach in der Regel nur Personen, die ihr Erbrecht nachweisen können. Dies ist aber nur mit Hilfe des Testaments möglich, das sich gerade im Schließfach befindet.

Fazit: Durch die amtliche Verwahrung von handgeschriebenenTestamenten lässt sich sicherstellen, dass das Testament im Todesfall aufgefunden und der letzte Wille berücksichtigt wird. Missbrauchsmöglichkeiten werden minimiert und die Kosten sind gering.



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